zapfheft

frl. zapfs
segensreiche tage

oder: gott besucht uns häufig,
aber meistens sind wir nicht zuhause.

freuleinzapfs kurze kurzgeschichten im heftformat
28 geschichten – auflage 200 (1998)

ein paar geschichten erschienen auch in der zeitung junge welt
(abc waffen – wochenendausgabe 25./26.juli 1998)

hier findest du ein paar geschichten mit englischer übersetzung

harz

nach einer wahren begebenheit im harz. barbarossabier, pickel und nachttischlampen mit nylonstrümpfen.

amerika

warum es bald keine amerikaner mehr gibt.

kojak

warum kommissare auf jeden fall eine glatze tragen sollten.

socken

was socken mit bundeskanzlern zu tun haben.

frl. zapf

freuleinzapfs liebesleben. von mücken und teetassen.

und hier fast alle restlichen zum einfachen auf- und zuklappen

mitesser

heute habe ich einen großen schreck bekommen. heute morgen. meine stirn hatte viele falten. viele kleine muster waren da reingefaltet. ich bin nah an den spiegel ran gegangen. das waren aber keine muster. viele kleine häuser standen da rum. auch autos fuhren hin und her. ich habe einen mann gefragt. der wohnt schon dreißig jahre da. das glaube ich nicht. wie soll das gehen. ich bin noch nicht dreißig. er sagt, sie hätten eine andere zeit. das kann sein. ich habe mir eine lupe geholt. da sind noch viel mehr. sie liegen rum. ich glaube sie arbeiten nicht viel. einige tanzen oder sind betrunken. die autos fahren von alleine. sie haben ein schönes leben.

ich sitze den ganzen tag vorm spiegel und beobachte ihr lustiges treiben. ich wäre gerne einer von ihnen. sie sehen so glücklich aus. sie waschen sich auch nicht. alle sind nackelig. sie haben schwarze köpfe. es sind mitesser. deshalb müssen sie auch nicht arbeiten. sie essen einfach mit. sie sind schlau. ich frage, wo sie mitessen. sie lächeln mich an. sie mögen mich. sie werfen mir kußhände zu. ich hab sie sehr lieb. der chef hält eine rede für mich. ich bin stolz. am ende dankt er mir. für das leckere essen. ich werde sauer. ich hole mein maschinengewehr. ich schieße alle tot. die stadt reiße ich ein. wenn mich einer fragt, wegen den kratern, sage ich, ich hätte windpocken gehabt.

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gibt es auch als fotoroman

sommerfrisch

unsere waschmaschine ist alt. wenn sie schleudert geht sie durch die küche. sie schreit dabei. deswegen muß man sich beim schleudern immer draufsetzen. ich setze mich nicht gerne drauf. meine haut im gesicht ist wabbelig. sie hüpft dann immer hoch und runter. ich kann dann nichts mehr sehen. es ist nicht schön auf einer laufenden waschmaschine zu sitzen, wenn man nicht sehen kann, wohin sie geht. außerdem muß ich immer niesen. von dem gewackel. die wäsche wird auch nicht richtig sauber. manchmal stinkt sie schlimmer, als vorher. aber lieber so tun, als würde man wäsche waschen, bevor man sie gar nicht wäscht. wäsche will andauernd gewaschen werden.

früher hat man große wäsche gemacht. früher gab es auch noch keine waschmaschinen. da gab es noch waschfrauen. die haben immer am fluß gestanden und haben die wäsche reingeschmissen. dabei haben sie lustige lieder gesungen. sie hatten ein gutes leben. sie waren immer an der frischen luft. dann hat einer die waschmaschine erfunden. der mochte keine waschfrauen. seine frau war auch waschfrau. die hat ihn immer nur belogen und betrogen. irgendwann ist sie weggelaufen. die neun kinder hat sie ihm dagelassen. er war sehr traurig. viele jahre hat er nur geweint. dann ist er sauer geworden. er wollte es ihr heimzahlen. dann hat er die waschmaschine erfunden. vielleicht hat er aber auch gedacht, daß sie zu ihm zurückkommen würde, wenn sie arbeitslos ist.

die waschmaschine wurde schnell berühmt. viele filme wurden über sie gedreht. sie verbreitete sich über die ganze welt. bald hat jedes haus eine waschmaschine. die waschfrauen wurden überflüssig. seine frau ist nicht zu ihm zurückgegangen. sie hatte nämlich schon vorher einen reichen fabrikanten geheiratet. die anderen waschfrauen waren arm dran. die meisten haben sich sofort im fluß ertränkt. deswegen sieht man heute so selten echte waschfrauen. in kindergärten werden lieder über sie gesungen: wer will lustige waschfrauen sehen, der muß in den himmel gehen…. der liebe gott hat sie alle zu sich geholt. weil es da oben keinen strom gibt. und waschmaschinen brauchen strom. waschfrauen nicht.

im himmel haben sie alle saubere sachen an. sauberer als auf der erde. waschmaschinen waschen nämlich nicht in echt. die tun nur so. wie unsere. ich freue mich schon. wenn ich im himmel bin, habe ich das erste mal im leben richtig saubere sachen an. das stimmt gar nicht. dann lebe ich ja gar nicht mehr. ich werde mein ganzes leben mit sachen rumlaufen müssen, die nur so tun, als wären sie sauber. dann brauche ich mich auch nicht mehr zu waschen. wenn ich sowieso wieder schmutzige sachen anziehen muß.

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gibt es auch als fotoroman

strom

ich habe ein telefon. und eine kaffeemaschine. und einen eierkocher. alles elektrisch. mit strom. bei sturm gehe ich nicht raus. da fliegt immer alles rum. meine haare auch.

dann habe ich oft eine art glatze. es ist nicht einfach die ganzen haare wieder einzusammeln. es werden immer weniger.

kleine vögel nehmen sie mit. sie brauchen sie. für ihre nester. blonde vogelnester. an silvester fliegt alles in die luft.

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haus

ich habe kein geld mehr. das ist schade. ich wollte mir ein haus kaufen. kein haus eher eine villa. sie sieht ein bißchen aus wie ein schloß. wie ein schloß, daß man zu heiß gewaschen hat. es ist ganz klein. ich würde nicht hinein passen. nur meine nase hat darin platz. aber das hätte mir nichts ausgemacht. ich hatte mir schon viele kleine möbel besorgt. das war nicht einfach. kleine möbel gibt es nicht oft. meistens sehen sie aus, wie puppenmöbel. puppenmöbel mag ich nicht. sie sind schlecht verarbeitet. sie halten nicht lange. es hat lange gedauert, bis ich alle möbel zusammen hatte. jetzt habe ich kein haus dafür.

in meinem zimmer steht ein speditionstransporter. er ist total vollgeladen. tag und nacht läuft der motor. der fahrer versteht mich nicht. die luft wird immer schlechter. ich bin schon fast vergiftet. bald brauche ich kein haus mehr. ich ermorde den fahrer. dann stelle ich den motor ab. der tank wäre bald leer gewesen. der arme fahrer. er ist umsonst gestorben. ich zerschneide ihn und lege ihn in den backofen. wenn ich ein haus finde, werde ich ihn im garten beerdigen. hoffentlich finde ich bald eins. tote riechen nicht gut. sie stinken noch schlimmer, als abgase. außerdem habe ich angst vor geistern.

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trübsal

heute habe ich gebadet. ich habe meinen kopf unter wasser gehalten. ich wollte die schöne unterwasserwelt betrachten. ich konnte aber nicht viel sehen. das badewasser war ganz trübselig. plötzlich sind ganz viele luftblasen aufgestiegen. sie kamen aus meinem kopf. mein ganzer kopf ist voll wasser gelaufen. das ist kein schönes gefühl. trübes badewasser im kopf. man wird dann selber ganz trübselig.

ich habe mich dann unter die dusche gestellt. um das trübe wasser rauszuwaschen. das hat aber nicht funktioniert. ich habe mir einen eimer geholt und ihn mit wasser volllaufen lassen. mein kopf wollte erst gar nicht in den eimer. nach einiger zeit konnte ich ihn überreden. ich steckte meinen kopf in den eimer. dann begann ich, daß trübe wasser rauszudrücken. um dem neuen platz zu schaffen. das neue wasser lief sofort in meinen kopf. dies wiederholte ich noch einige male, bis alles
trübe verschwunden war. jetzt habe ich kein gehirn mehr. das habe ich mir rausgewaschen. aber dafür kann ich klar sehen.

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gott

in meinem aschenbecher liegt eine erdnuss. sie ist verfault. innerlich. die schale wurde zerstört. es gibt viel zuviel zerstörung. die menschen müssen immer alles kaputt machen. böse menschen. ich nehme die erdnuss und esse sie auf. so hat ihr tod wenigstens einen sinn. mir wird übel. nicht nur menschen sind böse. auch erdnüsse sind gemein.

zecken finde ich am gemeinsten. die sitzen immer nur rum. sie warten auf mich. sie sitzen überall. ich glaube sie wollen mein blut. blut finden sie lecker. sie gehen auch nur bei rot über die ampel. ganze invasionen. sie sind bewaffnet. sie tragen waffeleisen mit sich herum. als tarnung. zecken sind schweine. schweine darf man nicht mehr essen. alle verseucht. dabei sind sie so niedlich anzuschauen. rosige kleine schweinchen. sie essen alles. auch verwandte. das ist nicht richtig. ich habe ihnen die bibel vorgelesen. sie haben sie gegessen. schweine kommen nicht in den himmel. und wenn, dann nur für die engelchen. die machen sich einen leckeren braten daraus.

im himmel scheint immer die sonne. alle sind lieb. das kommt durch die glückspillen, die der liebe gott verteilt. er verdient gut damit. er muß nicht mehr arbeiten. im himmel wird immer getanzt. aber kein blues. der liebe gott hat seine augen überall. man muß immer aufpassen, daß man nicht drauftritt. das ist wie mit den hundehaufen. da muß man auch immer aufpassen. hundehaufen sind wie die augen gottes. sie scheinen einem zu folgen. manchmal kleben sie einem an den füßen. sie sind sehr anhänglich. ich glaube sie sind einsam. manchmal kommen männer und nehmen sie mit. sie packen sie in einen großen beutel. dann sind sie nicht mehr allein. die männer werden von der stadt bezahlt. sie sind sehr sozial. sozialarbeiter.

die stadt ist gut. es gibt viele häuser. kleine und große. häuser sind faul. sie bleiben dort, wo man sie hinstellt. ihre sichtweise ist sehr eingeschränkt. dumme häuser. autos sind nicht so dumm. die fahren auch schon mal in´s ausland. sie sind toleranter. der bundeskanzler fährt auch manchmal in´s ausland. ein netter mann. der hätte eine bessere frau verdient. dafür verdient er viel geld. so viel, daß er es essen muß. er wird immer dicker. der arme. bald paßt er nicht mehr in´s flugzeug. dann kann er keine ausländer mehr besuchen. dann müssen die ausländer herkommen. aber das will er ja nicht. er hat bald keine freunde mehr.

freunde sind wichtig. fast so wichtig wie essen. der bundeskanzler ißt fast alles. er ist mutiert. superkanzler. hoffentlich springt er bald vom hochhaus, weil er denkt er könne fliegen. fliegen sollte man nicht auf sein essen lassen. sie haben alles mögliche an ihren beinen hängen. riesige bakterien. eigentlich sind es keine fliegen, sondern fliegende bakterien. aber fliegen hört sich nicht so gefährlich an. alles tarnung. wie bei den zecken.

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frosch

der weihnachtsmann ist gar nicht lieb. er hat einen langen bart. aber der ist nicht echt. er tut nur so als wäre er ganz alt. ich habe ihn gesehen. er ist höchstens zwanzig. und unfreundlich ist er auch. außerdem gehört er zu einer sekte. er hat rote sachen an. den osterhasen mag ich lieber. den kann man wenigstens essen, wenn er doof ist. viele leute essen osterhasen. und weihnachtsmänner. ich esse keine weihnachtsmänner. ich bin kein kannibale. aber osterhasen sind lecker. wenn man drauf beißt knacken sie. wie kleine käfer. die knacken auch.

ich bin mal über einen frosch gefahren. mit dem auto. der hat geknallt. jemand hatte ihn aufgepustet. er lag gefesselt auf der strasse. ich habe ihn nicht gesehen. nur gehört. aber da war´s zu spät. der arme frosch. wenigstens kann ihn jetzt keiner mehr aufpusten. er ist bei den engeln. im himmel.

der weihnachtsmann wohnt irgendwo im schnee. ich glaube an einen pol. er darf nicht in den himmel. der liebe gott wird schon wissen warum. gott mag keine sekten. er trinkt noch nicht mal zu silvester sekt. er trinkt manchmal ein feierabendbier. dann ist der liebe gott betrunken. er trinkt selten bier. dann hagelt es auf der erde kleine bierbrocken. dann sind alle betrunken. auch die bäume. aber das ist ganz selten. nur alle zehntausendjahre. schade. ich habe noch nie einen betrunkenen baum gesehen.

ich habe meiner palme mal bier gegeben. sie hat angefangen zu schimmeln. schöne bunte muster. flauschig anzusehen. kleine fliegen haben darin gewohnt. sie sind mir immer in die nase geflogen. das hat lustig gekitzelt. ich habe die palme weggeschmissen. sie hat gestunken. sie hatte auch gar keine blätter mehr. eine palme ohne blätter ist nicht schön. ohne blätter kann sie mir auch gar keine luft machen. wofür habe ich sie sonst in meinem zimmer stehen. ich rauche viel. sie muß den rauch wegmachen. sie hatte eine schwere arbeit. jetzt ist sie auf dem friedhof. weil sie einmal ein feierabendbier getrunken hat. das ist gemein.

der weihnachtsmann hat sogar eine eigene brauerei. obwohl er nur einmal im jahr arbeitet. ich mag ihn nicht. er tut nicht viel. trotzdem haben ihn viele gerne. nur weil er soviel geld hat. er macht teure geschenke. er hat in jeder stadt viele frauen. jedes jahr zeugt er ungefähr dreizehntausend uneheliche kinder. er ist fast so schlimm, wie der klapperstorch. der macht viele kinder. soviele, daß einem schon keiner mehr glaubt, wenn man sagt, das hat der klapperstorch gemacht. an den weihnachtsmann glauben mehr. ich glaube auch an ihn. aber ich glaube ihm nicht. nicht mehr. er hat mich oft belogen. wenn er das nächste mal zu mir kommt, zünde ich ihm den bart an. die geschenke soll er da lassen. geschenke sind immer gut.

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gibt es auch als fotoroman

wolken

es redet. manchmal schreit es. kleine worte, die sich in den wolken verfangen. morgen wird er kommen. und sie holen. er kommt immer, wenn alle schlafen. er sammelt die worte in kleinen wolken. und schickt sie in den himmel.

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sabber

mein mund ist entzündet. an den seiten. wenn ich ihn aufmache tut es weh. ich kann nur noch brei essen. ich mag aber keinen brei. ich werde jeden tag dünner. mein mund wird immer größer. weil er immer mehr aufreißt. an den seiten. er reicht schon von einem ohr zum anderen. ich habe ihn nicht mehr unter kontrolle. ich sabbere. mein pulli ist ganz nass. er ist total vollgesabbert. die sabber ist ätzend. sie greift den pulli an. mit messern und pistolen. der pulli ist schnell hinüber. kein wunder, daß mein mund immer größer geworden ist. er ist schlau. er hat sich zurückgezogen. bis hin zu den ohren. sonst hätte ich gar keinen mund mehr. ich wasche die sabber weg. das ist schwer. und anstrengend.

ich lebe jetzt im badezimmer. mein mund geht um den ganzen kopf. wenn ich mich bücke fällt der obere teil ab. manchmal fällt mir was runter. dann frage ich irgendwelche leute. ob sie mir helfen können. wenn sie nicht wollen, erzähle ich ihnen diese geschichte. ob sie sie glauben, weiß ich nicht, aber geholfen hat mir bisher jeder. ich brauche mich nie wieder nach etwas
zu bücken.

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barhocker

ich habe eben telefoniert. dann war das gespräch auf einmal weg. ich wohne zur untermiete. mein mitbewohner hat den stecker rausgezogen. er wollte sich rasieren. er dachte, da würde strom rauskommen. ich glaube er trinkt heimlich. neulich habe ich ihn in der küche überrascht. er saß da mit einem freund. sie haben heißes wasser mit rumaroma getrunken. zum glück hatte ich noch weihnachtsbier. das habe ich ihnen geschenkt. sonst hätten sie wieder daneben gepinkelt. weil sie so zittern. sie zittern oft. aber es ist auch kalt in der wohnung. manchmal habe ich angst vor meinem mitbewohner. er geht im bademantel zu mc donalds. um den hals ein handtuch. und in der tasche seine alte unterhose. auch in unsere stammkneipe geht er so. er merkt nicht mehr viel. er merkt noch nicht mal, daß es winter ist. er kommt früh morgens mit barhockern unter dem arm nachhause. wackelige barhocker. er will es sich gemütlich machen. er sitzt den ganzen tag auf dem barhocker und ruft nach irgendeiner christel. überall liegen salzstangen. ich tue so, als wäre unser wasserhahn ein zapfhahn. es gibt kleine tabletten. wenn man die in ein glas wasser tut, sieht es aus wie bier. mit schaum drauf. wenn er meckert gebe ich ein wenig brennspiritus dazu. ich verdiene gut daran. besonders wenn er seine freunde einlädt. unsere wasserrechnung ist hoch. irgendwann mache ich die gläser nur noch halbvoll. das fällt gar keinem mehr auf. ich kann mir von dem verdienten geld eine eigene wohnung nehmen. auch eine barfrau habe ich eingestellt. jetzt brauche ich keine angst mehr vor ihm zu haben. ich freue mich, daß ich so gut von ihm leben kann. seine mutter freut sich auch. ich sage ihr immer, daß er in der uni ist.

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die bank

ich komme nicht mehr in die bank. meine karte ist kaputt. sie ist kaputt gemacht worden. von den bankcomputern. weil ich kein geld mehr habe. sie wollen mir auch keins mehr geben. sie wollen, daß ich verhungere. computer wissen nicht, daß man essen muß. sie wissen auch nicht, daß man verhungern kann. sonst würden sie einem geld geben. zum essen. damit man nicht stirbt und seine schulden bezahlen kann.

aber die computer können nichts dafür. sie sind so programmiert worden. von leuten, die nie essen müssen. die sitzen die ganzen tag auf geldbergen und arbeiten mit geld. sie bauen kleine städte aus scheinen. wenn ihnen langweilig wird pusten sie sie um und bauen neue. bauunternehmer haben´s gut. die kriegen die ganzen kaputten scheine. sie müssen sie nur zusammenkleben und können ein schönes leben führen. ich werde morgen ein bauunternehmen anmelden. dann habe ich immer ganz viel zu essen.

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zufall

heute war ich in der stadt. nicht nur ich. viele leute waren da. sie haben alles weggekauft. die geschäfte waren leer. die verkäufer haben sogar ihre eigenen sachen verkauft. dann waren alle verkäufer nackig. sogar ihre unterwäsche sind sie losgeworden. sie haben kleine waschmittelproben mit in die tüte gepackt. unterhosen gab es schon für zehn pfennig. eine socke sogar für fünf. ich habe mir eine damenbinde gekauft. sie ist fast neu. plötzlich sind alle losgerannt. in ein kaufhaus. neue verkäufer sind eingetroffen. die neue schicht begann.

ich hatte genug. ich habe mich in die strassenbahn gesetzt. es war keiner da. der fahrer war wohl auch einkaufen. ich habe mir seine mütze aufgesetzt und so getan, als würde ich fahren. das hat mir großen spaß gemacht. nach einer stunde ist es langweilig geworden. ich möchte kein strassenbahnfahrer werden. das einzig gute ist die mütze. immer weniger strassenbahnfahrer haben mützen auf. das kann ich nicht verstehen. vielleicht wollen sie nicht erkannt werden. sie tun, als würden sie nur zufällig die strassenbahn lenken.

es gibt wenig menschen die auf zufälle eingehen. jeder müßte sich freuen, wenn ihm was zufällt. die menschen sind doof. sie wollen alles haben, aber sich auf nichts einlassen. dann können sie auch nie etwas richtig kriegen. sie tun nur, als hätten sie es. oder sie haben es und wissen gar nicht, was es bedeutet. ich werde mir die damenbinde an die wand kleben. sie hat so ein lustiges muster.

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hunger

mein bauch knurrt. er hat hunger. aber ich habe keine lust zu essen. es gibt nur noch eklige sachen in der küche. ich muß einkaufen gehen. aber erst muß ich essen. sonst habe ich keine kraft. zum einkaufen. aber da sind nur komische sachen. die mag ich nicht essen. ich werde wohl verhungern.

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ostern

heute spielen sie im radio das gelbe vom ei. weil ostern ist. da muss alles mit eiern zu tun haben. ich dachte immer das hätte was mit jesus zu tun.

der war wohl ein flotter hecht. wegen der eier.

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