mittel

wenn du zeit hast

künstler

heute habe ich bis zwei geschlafen. aus versehen. dann habe ich nudeln gegessen. nudeln mit gulaschsuppe. von gestern. ich bin zur bank gefahren. ich mußte geld überweisen. für die schule. der mann hat mir keinen stempel auf den zettel gemacht. er meinte, es gäbe keine stempel mehr. aber das glaube ich nicht. dann hätte ich den zettel auch so abschicken können.

ich habe eine blume dazugelegt. für die frauen im sekretariat. die arbeit macht bestimmt keinen spaß. dann bin ich zu einem mann gefahren. dort habe ich kaffee getrunken. der war bitter. und comics gelesen. von 1926. die waren gut. viele lustige blumen. der maler hat gesagt, daß ihm die blumen viel mehr spaß gemacht haben, als die figuren. das hat man gesehen. und gemerkt. ich habe eine schöne laune bekommen. obwohl ich eigentlich ernste sachen zu reden hatte. mit dem mann. die haben wir dann nicht geredet.

wir sind in die mensa gefahren. das ist für studenten. da gibt es billiges essen. trinken ist nicht so billig. dort gehen aber nicht nur studenten hin. auch viele andere junge leute trifft man dort an. eine frau hat sich mal gewundert. über die vielen studenten. die wußte das bestimmt nicht.

in der mensa haben wir einen maler getroffen. einen künstler. der mann will mit ihm einen film drehen. aber ich glaube nicht, daß sie einen guten film drehen können. sie nehmen doofe filme zum vergleich. das ist einfach. sie sollten sich lieber gute filme zum vorbild nehmen. als ich das gesagt habe, wurde mit mir nicht mehr darüber gesprochen. echte künstler darf man nicht kritisieren. das mögen sie nicht so gerne. schon gar nicht, wenn man nicht zu ihren elitären kreisen gehört. kunst ist eben nicht für alle. jetzt bin ich wieder zuhause und freue mich mit normalen leuten zu reden.

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sonnenfinsternis

manchmal muss man alles anders machen.  ins auto gesetzt und einfach losgegangen. an das meer. das ostmeer.

im osten ist alles schöner. auch das meer. gestern habe ich einen barkeeper getroffen, der liebt grün. aber seine wohnung ist weiß. er raucht heimlich hinter der bar. ich habe es gemerkt. dann war der barkeeper rot.

mein radio ist gelb. wie die sonne. wenn man sich lange genug davor setzt, dann wird man braun. es strahlt. es kommt aus russland. oder china. da strahlt fast alles. sogar die hasen. sie strahlen einen immer sehr freundlich an. und dann werden sie überfahren. von autos oder rollstuhlfahrern. die sieht man immer öfter auf der autobahn. dabei fahren sie mit einem stuhl. komisch. eigentlich müsste ein rollstuhl sowieso fahrstuhl heißen.

mit dem fahrstuhl fahre ich nicht gerne. es sei denn, ich muss ganz nach oben. aber da muss ich selten hin. ich habe mich noch nie mit dem lieben gott getroffen. er will sich auch gar nicht mit mir unterhalten. er hat es zumindest noch nie versucht. aber er hat auch viel zu tun. wichtigeres. er muss immer die welt drehen und dabei das licht an und aus machen. das ist nicht einfach. er muss sich dolle konzentrieren. aber manchmal schläft er ein. dann gibt es eine sonnenfinsternis. gut, dass ich mein radio immer dabei habe. das strahlt immer. auch ohne den lieben gott.

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wachstum

als ich zwölf war, hat mir mal jemand gesagt, dass man, wenn man alt wird, immer größere ohren bekommt. weil die weiter wachsen. die nase auch. das ist so ähnlich, wie mit den füßen. nur dass das nicht mit dem alter, sondern mit dem gewicht zusammen hängt. wenn man viel wiegt, werden die füße platt gedrückt. je dicker man wird, desto größer werden die füße. schwangere können ihre ganzen alten schuhe wegwerfen. die füße werden nie wieder so, wie sie einmal waren. machmal bleiben die frauen auch dick. oder bekommen einen atombusen. dann können die babys besser essen. essen ist wichtig.

wenn man nicht genügend ißt, wird man ganz dünn. dann kann man nicht mehr richtig laufen. manchmal fallen einem auch die füße ab. das passiert ganz plötzlich. ich war mal in einem schuhladen. da habe ich so einen abgefallenen fuß gefunden. ich dachte erst, er wäre eine dekoration. er steckte in einem viel zu großem schuh. ich habe mir die schuhe gekauft. mit fuß drin. füße sind wichtig. jeder sollte mindestens einen haben. ich habe jetzt drei. zwei habe ich an und der dritte liegt im eisfach.

meine oma hatte immer ein paar ersatzohren in ihrem kühlschrank. aber mit ersatzohren kann man nichts anfangen. sie funktionieren nicht richtig. ständig hat man fremdgeräusche in den ohren. jeder mensch hört die welt anders. das kann einen ganz schön durcheinander bringen.

ein mann aus bremen hatte sich mal nur ein ohr ausgetauscht und ist daraufhin ständig gegen häuserwände gelaufen. irgendwann lag er nur noch auf der strasse. wie die indianer. er versuchte mit beiden ohren gleichzeitig einen herannahenden zug zu orten. dann war er tot. ich werde mir nie fremde ohren anstecken. aber nicht wegen der vielen geräusche, sondern weil ich so gerne große ohrringe trage. und die passen nun mal nicht an jedes ohr.

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einkaufen

gestern war ich endlich einkaufen. eine große kiste voll. heute morgen habe ich mich schon auf das leckere essen gefreut. ich hatte großen hunger. ich bin in die küche gegangen. da waren aber nur doofe dosen und kartoffeln. aber nichts, was man essen könnte.

natürlich kann man kartoffeln essen. aber ich mag kartoffeln nicht gerne. und schon gar nicht ohne beilage. sie waren wohl billig. ich werde mir das nächstemal eine einkaufsliste machen. damit ich auch ein paar sachen kaufe, die ich mag.

wenn man selten einkaufen geht, weiß man gar nicht mehr richtig wie das geht. an den ablauf konnte ich mich noch erinnern. man nimmt sich einen wagen und fährt durch den einkaufsladen. dann nimmt man aus jedem regal etwas heraus. man legt es in den wagen. wenn man an der kasse angekommen ist, ist der wagen voll. dann wollen sie ganz viel geld.

aber wie man richtig einkauft, daß weiß ich nicht mehr. woher soll ich im laden wissen, was ich in zwei tagen essen will. oder was ich am selben abend essen möchte. das ist schwierig. ich habe bei den anderen geguckt, was die einkaufen. jetzt habe von allem etwas. und irgendwie doch nichts. ich habe zb ganz viele nudeln, aber nichts woraus man eine sosse machen könnte. überall fehlt was. ich werde wohl morgen nochmal einkaufen müssen. übung macht den meister. oder die küche voll. voll mit sachen, die man so nicht essen kann. eiserne reserven. das heißt so, weil die dosen aus eisen sind.

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rotation

ich bin mal in die schule gegangen. in die grundschule. alle wollten hinten sitzen. da konnte man mehr blödsinn machen. damit man aber auch was lernt, hatten wir ein rotationssystem.

jeden montag mußte man sich eine bank weiter nach vorne setzen. eigentlich gerecht. wenn da nicht das mädchen gewesen wäre. das mädchen saß direkt vor mir und machte dauernd eklige sachen. sie popelte immer in der nase. die popel verschmierte sie dann auf dem tisch. wenn sie alle popel aus der nase hatte kratzte sie sich am kopf. damit die schuppen runterrieselten. aus denen baute sie kleine burgen. damit die burgen nicht zusammenfielen, wurden die schuppen mit den popeln zu einer eigenartig anmutenden masse verarbeitet.

das mußte ich mir alles anschauen. dabei wissend, daß ich nächsten montag auf diesem platz sitzen würde. ich bin montags nicht mehr in die schule gegangen. dienstags früh kamen die saubermacherinnen. die mußten die ganzen ekligen sachen von den tischen wischen. denn viele kinder hatten sich in der schule solche hobbies zugelegt. der junge hinter mir, liebte es, die hundekacke von seinen schuhen zu pulen. die zerschnitt er in ganz kleine stücke. so klein, daß man sie nicht mehr sehen konnte. nur noch riechen.

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eisenbahn

ich bin mal mit der eisenbahn gefahren. das habe ich schon oft gemacht. aber das war ein neuer zug. man hat keine abteile mehr. die menschen sitzen jetzt alle hintereinander. das ist schade. früher saß man sich gegenüber. in einem kleinen raum. verschiedene leute saßen da. man wurde zu einer gruppe gemacht. man fühlte sich auch ein bißchen verantwortlich.

heute sitzen alle in einem waggon. für soviele kann man sich nicht verantwortlich fühlen. ich glaube kofferklauen ist einfacher geworden. das ist wie mit den überfällen. ich fahre nicht mehr gerne mit der eisenbahn. außerdem kann man die fenster nicht aufmachen. man kann gar mehr nicht winken. früher konnte man viele winkende menschen sehen. mit kleinen flatternden taschentüchern standen sie da. das macht keinen spaß mehr.

die fahrscheine sehen auch doof aus. sie sind viel zu groß und aus labbrigem papier. ich glaube, die von der bahn wollen so tun, als ob man mit einem flugzeug fliegt. auf den bahnhöfen gibt es jetzt nämlich auch schon anzeigetafeln. wie am flughafen. sie haben das ganze gefühl weggemacht. eisenbahnfahren war immer was besonderes. jetzt ist es egal, ob man fliegt, mit dem bus oder mit der bahn fährt. ich werde nur noch mit dem auto fahren. das ist billiger. außerdem kann man sich mit den anderen autofahrern freundliche grüße herüberwinken.

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paralleluniversum

sie kamen fast jeden abend zu willy. außer samstags. samstags gab es nämlich studentenrabatt. und wenn die studenten kamen, wurde es immer laut. es gab viele diskussionen. fast immer politisch. und immer korrekt. vegetarisch lächelnd zogen sie über diesen oder jenen her. mit einem reißenden biss ins tofuwürstchen garniert.

engelsgleich schwebten diese bessermenschen durch die bierstube und die sozialen netzwerke. wie ein haufen insekten. ihrer eigenen meinung beraubt und dem licht des smartphone´s folgend. diese zweithirne, erleuchteten die kleinen köpfe ihrer besitzer. bilder, videos und einträge flogen durch die luft. diese geräte sammelten überflüssige informationen. ohne jegliche mülltrennung. alles lag wild durcheinander. neben kriegsbildern winkten lustige models zum fröhlichen shopping und neben großen traurigen kinderaugen lachte der pabst.

die welt lag zerstückelt in einer art paralleluniversum. bunte schnipsel im weltraum. auf persönlichen abruf zusammen gesammelt und willkürlich aneinander geklebt, ergaben sie immer wieder neue weltbilder. so viele, dass man die luft anhalten musste, wenn man zur toilette wollte.

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der sonne hinterher

eigentlich wollte ich schon gestern angekommen sein. ich habe nur leider vergessen wo. ich saß schon im zug, als dieser plötzlich vom weg abkam. der lokomotivführer war einfach der sonne hinterher gefahren. wie eine motte. aber die fliegen oder besser gesagt flattern. wir holperten durch die gegend und kamen an ortschaften vorbei, von denen man dachte, die gäbe es nur im fernsehen.

es gab ständig neues zu entdecken und überall standen leute, die uns freundlich, wenn auch etwas irritiert, zuwinkten. draußen war es winter. das konnte man an den jacken erkennen. außerdem waren sie alle wohl behütet. mit pudelmützen. pudel sehen komisch aus, wenn sie vom friseur kommen. meine stiefoma auch. die geht nämlich zum gleichen friseur, wie ihre dolly. sie häkelt gerne. sie hat schon ihre ganze küche eingehäkelt. das sieht kuschelig aus. zumindest im winter. im sommer bekommt man irgendwie atemnot.

im zug war es warm. das zugpersonal hatte die heizung voll aufgedreht. den Sitzplatz neben mir belegte eine dreiköpfige familie. sie reisten zum extra- familienspartarif: „einer für alle und alle für einen“. werbung ist lustig. ich habe zwei lieblingswerbesprüche. zum einen das shampoo „für muskulöse locken“ und dann den slogan einer fleischerinnung: „hallo fleisch“. eine zeitlang hatte ich bei den fleischern aus meiner region angerufen. aber keiner meldete sich mit „hallo fleisch“. ich war sehr enttäuscht. werbung darf man einfach nicht glauben.

die ältere dame in der reihe vor mir hatte eine reise gebucht. sie wollte der sonne entgegen fliegen. jetzt fuhr sie in einem regionalzug der sonne hinterher. ein an sich hoffnungsloses unterfangen. aber wir waren alle gespannt, ob es dem lokomotivführer nicht vielleicht doch gelingen sollte, die sonne einzuholen. und ab und zu schien die sonne tatsächlich in greifbare nähe zu rücken. doch dann verschwand sie wieder hinter irgendeinem hügel. und irgendwann tauchte sie gar nicht mehr auf.

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urlaub

ich war noch nie im urlaub. ich war schon mal im laubwald. aber das ist anders. urlaub ist sehr alt. uralt. ich weiß gar nicht, wo es heute noch urlaub gibt. viele sagen, sie fahren in´s urlaub. aber das stimmt nicht. sie fliegen auf inseln. aber da gibt es fast keine bäume mehr. nur häuser und sonnenschirme. sie lügen. das urlaub ist ihnen egal.

sie liegen den ganzen tag am wasser. abends tanzen sie. sie wissen noch nicht mal, wie ein blatt aussieht. wenn man sie danach fragt, denken sie an ein blatt papier. aber echte blätter sind nicht weiß. und schon gar nicht eckig. wie sieht das aus. in so einem wald will ich nicht spazieren gehen.

ich möchte gerne in´s urlaub. dort soll es auch ureinwohner geben. die würde ich gerne mal anfassen. komische tiere gibt es da auch. sie sehen ein bißchen aus, wie kleine dinosaurier mit segelohren. auf denen reiten die ureinwohner immer. sie sind sehr lieb. sie essen nur urlaub. deswegen gibt es sie hier auch nicht. sie würden verhungern. weil ihnen die komischen leute immer papierblätter hinhalten würden. auf so einem tier möchte ich gerne mal sitzen. sie sollen sehr bequem sein. sie sind ganz weich. außerdem können sie gute geschichten erzählen. sie sind nämlich schon uralt. sie haben viel erlebt. viel mehr, als alle menschen zusammen. die ureinwohner haben viel von ihnen gelernt. deswegen bleiben sie auch im urlaub. sie sind sehr glücklich da. ich möchte auch da hin.

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postbotenkunst

man muß immer kompromisse machen. jeder muß kompromisse machen. in meinem auto habe ich eine ganze kiste voller kompressen. pflaster sind auch drin. die kann man, wenn es ganz schlimm wird, über die augen kleben. oder auf den mund. eine schere ist auch drin. die brauche ich um strafzettel in lustige kleine schnipsel zu schneiden. die schmeiße ich dann in den wind. dann sind sie weg. nicht in echt. später bekommt man sie mit der post wieder.

morgens sieht man besonders viele postboten. die müssen immer die strafzettelschnipsel vom vorabend einsammeln. dann gehen sie in ein großes gebäude. dort fängt ihre eigentliche arbeit an. sie müssen die ganzen schnipsel sortieren. und dann wieder zusammenkleben. sie machen das meistens mit tesafilm. wenn man aber glück hat, bekommt man ein richtiges mosaik. ich habe schon drei. sie hängen in meinem zimmer. der postbote hat irgendwelche papierschnipsel willkürlich aneinander und übereinander geklebt. dann hat er irgendwelche zahlen draufgeschrieben. damit es wie ein strafzettel aussieht.

bei der post wird viel getrunken. ich glaube, die post finanziert sogar zwei oder drei entziehungskuren. alle alkoholiker sollten zur post gehen. dann würde man öfter so eigenartige strafzettel zugesandt bekommen. ich werde damit später eine nette galerie eröffnen. von dem eingenommenen geld werde ich alkohol kaufen. für die postboten. die müssen mir dann ihre bilder schicken. die verkaufe ich dann teuer und kaufe mir dafür ganz viele pflaster.

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abgase

mein auto hat keinen auspuff mehr. er ist abgefallen. erst war er nur etwas nach oben verbogen. das hat dolle geklappert, weil er immer gegen die stoßstange gekommen ist. aber wenn man ihn wieder nach unten gebogen hat, war er wieder ruhig.

eines morgens hat es wieder total rumgeklappert. ich wollte ihn wieder nach unten biegen. aber das ging nicht. er hing völlig wabbelig da rum. er war schon gar nicht mehr richtig fest. ich habe ihn ganz abgemacht. jetzt liegt er hinten im auto. genau eine etage höher. aber völlig sinnlos. ich fahre ihn immer mit mir rum. falls die polizei mich anhält. dann kann ich sagen, daß er mir just zehn minuten vorher abgefallen ist. eine flasche wasser habe ich auch immer dabei. wenn es regnet mache ich den auspuff nass. das wirkt glaubhafter.

schade ist nur, daß ich meine fenster nicht mehr aufmachen kann. weil es so laut ist. und stinken tut es auch. die fußgänger tun mir leid. die müssen immer die schlechte luft einatmen. unterhalten können sie sich auch nicht. ich lasse mein auto jetzt meistens stehen. dann stört es keinen. nur mich. ich bin faul. es ist ungewohnt für mich auf öffentliche verkehrsmittel oder auf meine eigenen füße angewiesen zu sein. manchmal fahre ich fahrrad. das ist anstrengend. und ungesund. wegen den vielen autos. manche haben nicht mal einen auspuff. dann kann man sich noch nicht mal unterhalten.

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sitzplatz

ich fahre nach frankfurt. mit der bahn. ohne sitzplatzreservierung. ich bin mutig. als ich am bahnsteig ankomme verlässt mich mein mut. lauter menschen. man sagt, den mutigen gehört die welt. aber lieber hätte ich einen sitzplatz. ich tausche die welt gegen einen sitzplatz. ein älterer herr hatte noch eine reservierung über. er strahlt und zieht von dannen. mit der welt in seiner hosentasche.

ich freue mich und suche den reservierten platz. das ist nicht ganz einfach. überall liegen menschen. auch im bistro liegen sie rum. sogar auf und unter den tischen. einige kleinkinder haben glück. ihre eltern haben kleine betten auf rollen dabei. auch immer mehr erwachsene sind auf rollenden stühlen unterwegs. die menschen sind schlau. weil klappstühle in der bahn verboten sind, nehmen sie einfach rollstühle mit. so hat man immer einen sitzplatz und fährt sogar noch zum ermässigtem preis.

ich fahre auch zum ermässigtem preis. ich habe ja die bahncard. und wenn ich den preis für die bahncard nicht berücksichtige, dann fahre ich wirklich billiger. die sitzplatzreservierung hat mich die welt gekostet. zum glück hat es niemand mitbekommen. die welt im tausch gegen einen sitz im ICE. wenn das die börse wüsste. dann wäre die deutsche bahn ganz schnell ein weltunternehmen.

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erinnerungen

frau rotblatt´s wohnung war winzig. und es gab kaum noch platz. bis auf einen. den hatte sie sich freigehalten. denn es war der beste platz. ein himmelblau beplüschter sessel. direkt zwischen kühlschrank und fernseher. das war praktisch. und wie sie fand irgendwie königlich. der rest der wohnung war braun gemustert. passend zu ihrem kleid. an den wänden hingen teller. es waren souvenirs. vom italiener. den besuchte sie einmal im jahr. immer an ihrem geburtstag. und immer gab es lasagne. die teller nahm sie mit. als erinnerung.

erinnerungen sind wichtig. viele menschen leben in ihren erinnerungen. und so hätte sie später immer ein dach über dem kopf. sie hatte mal einen mann gesehen. der lebte auf der strasse. er sammelte die erinnerungen anderer. aber das funktionierte nicht. er blieb trotzdem obdachlos. seitdem sammelte sie die teller. sie hingen aneinandergereiht an der wand. wie eine perlenkette. das war hübsch. und sah elegant aus. wie frau rotblatt.

sie holte tief luft und pustete ihre gedanken in den himmel. in ringen. wie die raucher. sie fühlte sich wild und verwegen.

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