kurz

wenn du ein bisschen zeit hast

brotsfahrt

essen ist wichtig. und eine gute luft. seeluft. die macht die lunge frei. und die möwen. die fliegen immer über die see. sie suchen fische. und altes brot.

viele leute werfen ihr altes brot in die see. das sieht schön aus. die möwen unternehmen gerne lustige brotsfahrten. sie können sich treiben lassen und haben immer was zu essen dabei. das ist praktisch. manchmal füttern sie die fische. oder angeln.

ich wäre gerne eine möwe. dann könnte ich immer meckern. die möwen können nämlich nichts dafür. die stimme hat ihnen der liebe gott gegeben. ein gottesgeschenk. genau wie das brot. das hat er ihnen auch geschenkt. er hat dafür extra die menschen erfunden. die müssen jetzt immer brot backen. und die möwen füttern.

damit das nicht auffällt, hat der liebe gott sich noch den brotbelag ausgedacht. nur für die menschen. die würden ausserdem sonst am trockenen brot ersticken. trotz seeluft.

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urlaub vom ich

ich mache urlaub. vom ich. das ist nicht einfach. egal, wo ich bin – überall bin ich. also bin ich weggefahren. ans meer. da ist fast immer ein wind. der pustet alles weg. sogar die wildesten gedanken.

aber mein ich konnte er nicht wegpusten. es klebt an mir. ich bekomme es nicht los. es ist unsichtbar. ab und zu tippt es mir auf die schulter. wenn ich mich umdrehe ist es weg. aber nicht in echt. es sitzt mir ständig im nacken. aber mit mir reden will es nicht. es will einfach nur da sein. und mich ärgern.

das fängt morgens schon an. es schaut mich an. im spiegel. wenn ich versuche mit ihm zu reden, ist es schon wieder weg. das macht es immer so. es ist wohl eine art angsthase. das ist anstrengend. ein bisschen wie verstecken. ich weiss nie wo es gerade steckt. ständig muss ich es suchen. das macht ihm spass. mal eben vorbeiflitzen. hallo sagen.  und schwupps – wieder weg.

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supermarkt

ich war einkaufen. essen. im supermarkt. supermärkte sind praktisch. da gibt es fast alles. sogar soziale kontakte. ich habe eine alte dame kennengelernt. die war sehr nett. sie hat mir von ihren katzen erzählt. mit denen teilt sie sich eine zweizimmerwohnung. drei hunde wohnen auch noch dort. insgesamt sind sie 9 personen.

abends sitzen sie alle zusammen am tisch und essen. danach unterhalten sie sich. über alles mögliche und in fast allen sprachen. obwohl außer der alten dame nie jemand die wohnung verlassen hat. sie denken sich einfach eine welt aus. eine art supermarktuniversum. denn mehr als den supermarkt kennen sie nicht. aber das reicht ihnen. zum leben. denn im supermarkt gibt es fast alles. sogar soziale kontakte.

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radikale

ich esse jetzt ganz viel vitamin c. als schutz. vor den freien radikalen. denen fehlt nämlich ein elektron. und das klauen sie sich einfach. bei mir. aus meinen molekülen. das ist gemein.

ohne elektronen können meine moleküle nicht überleben. sie müssen dann auch elektronen klauen gehen. und damit meine moleküle nicht radikal werden, esse ich jetzt das vitamin c. das ist nämlich ein ausgebildeter radikalfänger. es neutralisiert fast alles. auch meine falten. das ist praktisch.

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haare

ich muss zum frisör. meine haare wachsen. jeden tag. das kann nicht gesund sein. haare wachsen aus dem kopf. und im kopf ist das gehirn. je länger die haare sind, desto mehr essen brauchen sie. mein kopf ist schon total leer gegessen.

jetzt höre ich radio, schaue nebenbei fernsehen, lese ein buch und surfe im internet während ich telefoniere. nur damit die haare ein essen haben. für mich bleibt nichts über. nur die reste.

ich lebe am rande des existenzminimums. sie lassen mir nur so viel, dass ich weiß wie ich die geräte einschalte. zum frisör lassen sie mich nicht. sie haben einfach seinen namen aufgegessen.

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unentschieden

wohngemeinschaften sind doof. außer der, in der ich gewohnt habe. aber wir waren auch nur zu zweit.

irgendwann kam ich in eine andere stadt. in der haben sich auch fast alle die wohnungen geteilt. große wohnungen. komunen. mit mindestens 3 bewohnern. also habe ich dort auch ein zimmer gesucht. weil das alle so machen.

dabei bin ich auf die unterschiedlichsten meinungen gestoßen. die meisten haben mir nicht gefallen. außerdem wurde ich immer überstimmt. bei uns gab es höchstens ein unentschieden. das ist zwar nicht praktisch, aber besser als zu verlieren.

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spanien

ich habe urlaub gemacht. in spanien. jetzt ist meine sonnenbrille weg. mein telefon auch. jemand hat sie geklaut. aber meine tampons sind noch da. mein badeanzug auch. das ist gut. so bin ich wenigstens immer gut angezogen. das ist wichtig.

besonders abends machen sich die spanier zurecht. um nicht aufzufallen habe ich mir ein flamencokleid genäht. die drei männer mit denen ich urlaub mache haben auch so ein kleid. wenn wir durch die strassen gehen freuen sich alle. wir werden oft auf ein glas sangria eingeladen.

wahrscheinlich haben sie mein telefon gut verkaufen können. und leben jetzt in saus und braus. wenn ich das nächste mal urlaub in spanien mache, bringe ich noch mehr sachen zum klauen mit. dann bekomme ich vielleicht auch mal ein ganzes abendessen umsonst. und essen ist das wichtigste im leben. zumindest wichtiger als telefone.

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tauschgeschäfte

ich mag den osten. hier ist alles anders. die frauen haben blau tätowierte augenbrauen. und die verkäufer kaufen ihre eigenen sachen. kaum ist eine neue lieferung da, ist sie auch schon wieder weg. die verkäufer nehmen sofort alles mit nach hause. ist wohl noch wegen früher. aber das darf man nicht sagen.

ich gehe in kein geschäft mehr. nur noch zu den verkäufern in die wohnung. da gibt es alles. und man kann sich die schönsten sachen aussuchen. zum glück habe immer was zum tauschen dabei. das ist wichtig. sonst würde ich hier verhungern.

das einzige, was es im supermarkt gibt, ist DDR-duschzeug. das mag ich nicht. das klebt so. es ist wie haftcreme. die handtücher kleben an einem fest. das ist unangenehm. fast so, wie klopapier am schuh. ich glaube die frauen hier haben keine echten augenbrauen, weil sie sich die immer mit den klebrigen handtüchern rausreißen.

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fremdes leben

eigentlich mag ich mein leben. aber da sind immer noch die anderen leben. die drängeln sich da immer rein. man läuft nichts ahnend durch die stadt – und auf einmal hat man ein anderes leben an der backe. und dann vielleicht noch eins. so eins, was das andere leben noch an der backe hatte.

das geht schneller, als man denkt. auf einmal ist man total verklebt. mit lauter fremden leben. das ist anstrengend. die bekommt man schwer wieder weg. am schlimmsten ist es, wenn die leben einem die augen zukleben. dann kann man nur noch fremde leben sehen. ans eigene kann man nur noch denken. ab und zu fliegt es einem noch durch den kopf. winkt freundlich – und ist wieder weg. dann steht man ganz alleine da. mit den ganzen fremden leben. das ist nicht schön.

ich werde jetzt nur noch vermummt vor die tür gehen. dann kann sich nichts mehr festkleben. und wenn doch, dann schmeisse ich die vermummung einfach in den müll und kaufe mir eine andere.

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haustier

ich hätte gerne ein haustier. aber das ist nicht so einfach. nur wenige tiere besitzen ein haus. eine schnecke hat ein haus. aber eine schnecke will ich nicht. schnecken sind total langsam, schleimen alles voll und können nicht sprechen.

sprechen ist wichtig. ein haustier soll einen ja unterhalten. das ist sein job. was soll ich mit einer schnecke, die nur sabbert und nicht spricht. dann kann ich mir auch den alten sabbernden hund von meinem nachbarn leihen. aber der muss seit einem halben jahr windeln tragen. das ist umständlich. mein nachbar hat ein schnittmuster erstellt. jeden abend schneidet er pampers zurecht. aus alten handtüchern. handtücher sind nervig.

halstücher sind besser. ich habe 243,5 halstücher. weil mein hals so schrumpelig ist. wegen einer schnecke. die hatte sich dort einquartiert. ich werde mir einen trockenfisch an die wand kleben. der ist still und macht keinen dreck.

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toxoplasmose

gestern habe ich fernsehen geschaut. einen bericht. über toxoplasmose. das war schrecklich. kleine parasiten können mäuse fernsteuern. die parasiten wohnen im gehirn und verdrehen da einfach alles. die maus verliebt sich dann in eine katze. sie hat überhaupt keine angst mehr. dann wird sie aufgegessen. wenn man jetzt seine infizierte katze küsst, dann bekommt man auch die parasiten.

die parasiten steigern die risikobereitschaft. und man reagiert irgendwie ein bisschen langsamer. deshalb sind menschen in denen die parasiten wohnen auch öfter in autounfälle verwickelt. das werde ich mir merken. und den nächsten verkehrsrowdy als totalen toxoplasmot beschimpfen.

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schlafen

ich habe eine schlechte laune. ich konnte gestern nicht einschlafen. die ganze wohnung war laut. überall war musik. laute musik. und laute stimmen. ich war total müde. es ist doof, wenn man müde ist und nicht schlafen kann. dann dreht man sich immer im bett rum. von einer seite zur anderen. bis der schlafanzug total verdreht ist. dann kann man noch weniger schlafen. wenn man ihn endlich wieder richtig gedreht hat, fängt die katze an zu schnarchen. direkt in´s ohr rein. im anderen ohr hört man musik. beide haben einen andere geschwindigkeit. dazu noch in fetzen gerissene stimmen. wenn mir jemand eine pistole gegeben hätte, hätte ich wahllos auf alles geschossen. alles, was auch nur einen mucks von sich gegeben hätte, wäre heute tot. oder kaputt.

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türkisch

gestern hat einer elvira zu mir gesagt. ich bin fahrrad gefahren. ich hatte mir was bei einem türken gekauft. der war sehr nett. und lustig. ich habe nichts gegen ausländer. sie machen ein leckeres essen. außerdem, wenn man selber knoblauch ißt, riecht man die ausländer nicht.

in unserer strasse gibt es ein haus, da wohnen fast nur türken. meine katze geht da immer hin. sie ißt wohl auch knoblauch, damit sie mich nicht riechen muß. alle sollten knoblauch essen. dann kann keiner mehr sagen, daß ausländer stinken. knoblauch ist gesund. deutsche wollen auch gesund sein. sie essen knoblauch in tablettenform. damit sie nicht so stinken. und weil sie gerne tabletten essen.

deutsche sind komisch. der, der elvira zu mir gesagt hat, war auch ein deutscher. manchmal kann man türkisch besser verstehen als deutsch.

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